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Business & Selbstständigkeit

Flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapG / FlexCo) gründen

Die neue Rechtsform seit 2024 — eine moderne, Start-up-freundliche Variante der GmbH.

Detaillierter Leitfaden für Abonnent:innen

Dieser vollständige Leitfaden zu Flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapG / FlexCo) gründen ist Teil unseres Premium-Bereichs. Sie erhalten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten, Gebührenübersichten, Behördenwege und Praxis-Tipps für Ausländer:innen.

Vollständige Gründungsschritte mit allen Behörden
Aktuelle Gebühren, Mindestkapital und Fristen
Checklisten und Musterformulare
Steuer- und Sozialversicherungshinweise

Kurzer Überblick:

Quick Facts
Mindestkapital10.000 €
Mindestens Gründer1
Haftungauf Stammkapital beschränkt
BuchführungDoppelte Buchführung (Bilanz)
BesteuerungKörperschaftsteuer 23 %
Firmenbuchpflicht
Notarpflichtja (Gründungsurkunde)
Gründungsdauer2–4 w

Die FlexKapG (FlexCo) ist eine seit dem 1.1.2024 verfügbare Rechtsform, die auf Start-ups zugeschnitten ist: 10.000 € Stammkapital, vereinfachte Anteilsübertragung und Mitarbeiterbeteiligungs-Anteile (Unternehmenswert-Anteile). Sie ergänzt — nicht ersetzt — die klassische GmbH.

Quick Facts
Mindestkapital10.000 €
Mindestens Gründer1
Haftungauf Stammkapital beschränkt
BuchführungDoppelte Buchführung (Bilanz)
BesteuerungKörperschaftsteuer 23 %
Firmenbuchpflicht
Notarpflichtja (Gründungsurkunde)
Gründungsdauer2–4 w

Wann ist diese Form sinnvoll?

Die FlexKapG passt für Start-ups mit Bedarf an einfacher Mitarbeiterbeteiligung, mehrstufigen Investorenrunden und schneller Anteilsübertragung. Sie ist explizit darauf ausgelegt, internationale VC-Strukturen leichter abzubilden.

Wenn Sie kein Start-up sind, keine Mitarbeiterbeteiligung planen und keine flexible Anteilsstruktur brauchen, ist meist die klassische GmbH ausreichend.

Erforderliche Unterlagen

  • Reisepässe aller Gründer:innen
  • Meldezettel, Aufenthaltstitel
  • Notarieller Gesellschaftsvertrag (auch in englischer Sprache erlaubt)
  • Bankbestätigung Stammkapital-Einzahlung
  • Bestellung der Geschäftsführer
  • Erklärung über Aufbringung des Stammkapitals
  • Strafregister, Befähigungsnachweis bei reglementiertem Gewerbe
  • Beschluss zur Schaffung von Unternehmenswert-Anteilen (optional)

Gründungsschritte

  1. Notar konsultieren — FlexKapG-Vertrag kann auf Englisch errichtet werden, was bei internationalen Gründerteams Zeit spart.
  2. Stammkapital einzahlen: mindestens 10.000 €, davon 5.000 € bar.
  3. Notarielle Errichtungserklärung oder Gesellschaftsvertrag.
  4. Firmenbucheintrag beim Landesgericht.
  5. Gewerbeanmeldung, Finanzamt, SVS wie bei der GmbH.
  6. WiEReG-Meldung.
  7. Optionale Schaffung von Unternehmenswert-Anteilen für Mitarbeiter (steuerlich begünstigt).

Kosten

  • Notarkosten: 800–2.500 € (etwas höher als klassische GmbH wegen neuer Vertragsmuster)
  • Firmenbuch-Eintragungsgebühr: ca. 250 €
  • WKO-Beitrag: 100–200 €
  • Beratungsleistungen für Beteiligungsmodell: 1.000–5.000 € (optional, je nach Komplexität)
  • Stammkapital: 10.000 €, davon 5.000 € bar einzuzahlen

Realistische Gründungskosten: 1.500–6.000 €.

Steuer & Sozialversicherung

  • KöSt: 23 % wie bei jeder Kapitalgesellschaft.
  • Mindest-KöSt: 500 € pro Quartal in den ersten 5 Jahren.
  • KESt auf Ausschüttungen: 27,5 %.
  • Unternehmenswert-Anteile: Mitarbeiter beteiligen sich am künftigen Unternehmenswert ohne sofortigen Lohnsteuer-Effekt; Besteuerung erfolgt erst beim Verkauf zu 27,5 % KESt (deutlich günstiger als reguläre Lohnsteuer).
  • Bilanzierung & Offenlegung wie bei der GmbH.
Vorteile
  • Niedriger Stammkapitalbedarf (10.000 €)
  • Vertragsfreiheit auch in englischer Sprache
  • Mitarbeiterbeteiligung über Unternehmenswert-Anteile steuerlich begünstigt
  • Vereinfachte Anteilsübertragung für VC-Runden
  • Klare Trennung zwischen stimmberechtigten und nicht-stimmberechtigten Anteilen möglich
Nachteile
  • Sehr neue Rechtsform — wenig Praxis und Judikatur
  • Notarpflicht bleibt
  • Beratungsbedarf höher als bei der „Standard-GmbH"
  • Mindest-KöSt fällt auch bei Verlust an

Häufige Fehler

  • Annahme, dass Notarkosten entfallen — sie sind weiterhin Pflicht.
  • Falsche Bewertung der Unternehmenswert-Anteile bei Mitarbeitern.
  • FlexKapG gegründet, obwohl klassische GmbH gereicht hätte (Komplexität ohne Vorteil).
  • Beteiligungsmodell ohne Vesting-Klauseln — Mitarbeiter behalten Anteile auch nach Ausscheiden.

Quellen

Diese Website ist ein privates Informationsportal und stellt keine Rechtsberatung dar.